Ein paar Gepflogenheiten, kein Regelwerk
„Etikette“ klingt nach mehr, als tatsächlich dahintersteckt. Einstudieren müssen Sie nichts. Im Kern geht es um drei Dinge: passend gekleidet ankommen, dem Personal das Tempo überlassen und Ihre Wünsche aussprechen, bevor jemand sie erraten muss.
Zum Verständnis hilft ein Blick auf die Rolle, die der Hamam traditionell hatte. In diesem Teil der Welt war er lange ein Ort, an dem man sich nicht nur wusch, sondern auch zusammensaß, sich unterhielt und ausruhte. Die Umgangsformen, um die es hier geht, sind die praktische Seite davon — Rücksicht auf das Personal und auf alle, die gerade mit Ihnen dort sind.
Daran ändert auch das Gebäude nichts. Welchen Hamam Sie besuchen, bestimmen Ihr Hotel und das Transfergebiet, in dem es liegt — gut möglich also, dass Bekannte aus einem anderen Hotel ganz woanders waren. Das Basic-Programm bleibt gleich, wohin der Transfer Sie auch bringt, und das gilt ebenso für die Gepflogenheiten auf dieser Seite.
Badekleidung, von Anfang bis Ende
Die Kleiderfrage ist am schnellsten beantwortet. Ihre Badekleidung tragen Sie das ganze Programm hindurch, vom ersten Aufwärmen in der Sauna bis zur Ruhepause am Schluss. Nackt zu sein gehört an keiner Stelle dazu; so funktioniert ein Hamam nun einmal.
Wenn Sie die Badekleidung schon im Hotel unter etwas Leichtem anziehen, haben Sie bei der Anmeldung eine Sache weniger zu erledigen.
Was vor Ort bereitsteht, ist nicht überall gleich; einen Platz für Ihre Sachen können wir deshalb nicht zusagen. Wenn es Ihnen darauf ankommt, fragen Sie uns vor Ihrem Hamam-Tag und nicht erst an der Tür.
Um Betreuung durch eine Person Ihres Geschlechts bitten
Bei drei Stationen sind Sie in den Händen des Personals: beim Kese, beim Schaum und bei der Massage. Da ist es nur natürlich, eine Vorliebe dafür zu haben, wer das übernimmt. Möchten Sie lieber von jemandem Ihres eigenen Geschlechts betreut werden, bitten Sie gern darum.
Der richtige Zeitpunkt dafür ist die Buchung. Das Formular hat ein optionales Feld für Anmerkungen: Tragen Sie Ihren Wunsch dort ein, und wir geben ihn an den Hamam weiter, der für Ihr Gebiet ausgewählt ist. So weiß man dort vorher Bescheid und erfährt nicht erst bei Ihrer Ankunft davon.
Es bleibt allerdings ein Wunsch und keine Zusage. Wir leiten ihn weiter, können das Ergebnis aber nicht versprechen — und sagen Ihnen das lieber jetzt als am Tag selbst.
Das Personal gibt den Takt vor
Einen Ablauf müssen Sie nicht auswendig lernen. Um alle Stationen, bei denen Sie behandelt werden, kümmert sich das Hamam-Personal, und die hilfreichste Form der Höflichkeit ist es, sich nach seinen Anweisungen zu richten.
Grob gesagt kommt zuerst die Wärme von Sauna und Dampfbad. Danach folgen das Kese-Peeling, der Schaum und die einfache aromatische Ölmassage von ungefähr 20 Minuten; zum Schluss bleibt Zeit zum Entspannen. Nicht jeder Hamam hält dieselbe Reihenfolge und dasselbe Tempo ein, und wenn viel los ist, verschiebt sich manches — richten Sie sich deshalb nach dem Personal und nicht nach dieser Aufzählung.
Folgen heißt nicht schweigen. Ist Ihnen etwas unangenehm, sei es beim Peeling oder in der Hitze, sagen Sie es sofort der Person, die Sie betreut. Sich zu melden gehört zur Höflichkeit dazu und verstößt nicht gegen sie.
Zwei Dinge gehören vorab an die richtige Adresse. Von einer Allergie sollten wir vor der Ölmassage wissen; am einfachsten vermerken Sie sie in den Anmerkungen des Buchungsformulars. Haben Sie gesundheitliche Probleme — etwa hohen oder niedrigen Blutdruck, ein Hautleiden oder eine Operation oder Verletzung, die noch nicht lange zurückliegt —, holen Sie zuerst ärztlichen Rat ein und sagen Sie dem Hamam Bescheid, bevor irgendetwas beginnt.
Vorher: kein Alkohol und nur leichtes Essen
Für die Zeit vor Ihrem Besuch gibt es zwei einfache Hinweise. Verzichten Sie vor dem Hamam auf Alkohol, und essen Sie vorher nur etwas Leichtes.
Manchen Gästen raten wir ganz vom Hamam ab: Schwangeren, Menschen mit einer Herz- oder Kreislauferkrankung und allen, die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit schlecht vertragen. Diese Entscheidung treffen Sie besser zu Hause als am Tag selbst.
Noch eine Höflichkeit betrifft die Fahrt. Wann Sie am Hotel abgeholt werden, bestätigen wir Ihnen nach der Buchung, und zwar vor Ihrem Hamam-Tag. Die Zeiten unterscheiden sich von Hotel zu Hotel. Ihre Abholzeit sagt Ihnen, wann das Fahrzeug für Sie vorfährt — nicht, wann Ihr Besuch im Hamam beginnt. Stehen Sie dann schon an Ihrem Hotel bereit, läuft der Tag reibungslos.
Trinkgeld und was der Preis abdeckt
Im türkischen Bad ist es üblich, dem Personal ein Trinkgeld zu geben. Verpflichtend ist es nicht, und im Preis steckt es auch nicht. Einen Betrag nennen wir nicht; ob Sie etwas geben, entscheiden Sie am Tag selbst.
Ein einziger Preis deckt das gesamte Basic-Programm ab, samt Hin- und Rückfahrt. Gäste ab 11 Jahren zahlen 25 €, Kinder von 4 bis 10 Jahren 12,50 €, und Kinder unter 4 Jahren sind kostenlos dabei. Nicht im Preis enthalten sind Getränke und Erfrischungen, Fotos und Videos, Trinkgeld sowie persönliche Ausgaben. Eine längere oder Premium-Massage gehört ebenfalls nicht zum Basic-Preis, und über diese Website lässt sie sich nicht buchen. Prüfen Sie Punkt für Punkt, was das Basic-Programm enthält, bevor Sie sich festlegen.
Online wird nichts abgebucht; Sie bezahlen am Tag Ihres Besuchs persönlich im Hamam. Ändern sich Ihre Urlaubspläne, stornieren Sie bis 24 Stunden vorher kostenlos.
Wenn Sie so weit sind, können Sie das türkische Bad in Belek buchen — über das Formular, in dessen Anmerkungsfeld auch Ihre Wünsche Platz finden. Alles Weitere, vom Programm selbst bis zur Hotelabholung in Belek, Kadriye und Boğazkent, finden Sie in unseren Fragen und Antworten.
Fragen
Muss ich dem Hamam-Personal Trinkgeld geben?
Nein. Trinkgeld ist ein Brauch, keine Gebühr: Es ist freiwillig und gehört nicht zum Preis. Ob Sie etwas geben und wie viel, entscheiden allein Sie.
Ist die Betreuung durch eine Person meines Geschlechts garantiert?
Nein. Sie können den Wunsch in den Anmerkungen zur Buchung angeben, und wir leiten ihn an den Hamam weiter, der für Ihr Gebiet ausgewählt ist. Dass er erfüllt wird, können wir jedoch nicht versprechen.
Gelten in jedem Hamam dieselben Umgangsformen?
Ja. Welcher Hamam es wird, hängt von Ihrem Hotel und Ihrem Transfergebiet ab. Überall gilt aber: Die Badekleidung bleibt durchgehend an, die Betreuung durch eine Person Ihres Geschlechts ist ein Wunsch und kein Versprechen, und Trinkgeld bleibt freiwillig. Unterschiede kann es bei der Reihenfolge und beim zeitlichen Ablauf der Stationen geben.